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Wehrpflicht - eine Gewissensfrage

Dekanat Erlangen 2 weeks ago

Du entscheidest. Wir begleiten. - Landesbischof bietet jungen Leuten Beratung zum Wehrdienst an

Die ersten jungen Leute in Deutschland erhalten in diesen Tagen Post von der Bundeswehr. Darin werden sie gefragt, ob für sie ein Wehrdienst infrage kommt. Aus diesem Anlass schreibt auch der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp 22.000 junge Erwachsene des Jahrgangs 2008 an. Er macht in seinem Schreiben darauf aufmerksam, dass es Beraterinnen und Berater der Kirche zu Fragen rund um Wehrdienst, Freiwilligendienst und Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen gibt, teilte die Landeskirche am Dienstag mit. Die über 40 Berater würden eine niedrigschwellige Kurzberatung anbieten. Bei konkreteren Fragen zur Realität in der Bundeswehr, zu den Jugendfreiwilligendiensten oder zur Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen könnten sie die Hilfesuchenden an die Arbeitsstelle „kokon“ für konstruktive Konfliktbearbeitung in der Landeskirche in Nürnberg verweisen, informiert die Landeskirche.

Innere Stimme verstehen
Tausende junge Menschen würden gerade darüber nachdenken, wie sie sich in einer unruhigen Welt für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit einsetzen könnten, schreibt der Bischof. Aus evangelischer Sicht sei die persönliche Gewissensentscheidung zentral. Kopp weist darauf hin, dass es unterschiedliche Wege gebe, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Der Dienst in der Bundeswehr könne ein Beitrag zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung sein, sei aber in besonderer Weise mit Gewissensfragen verbunden. „Wir können Dir die Entscheidung nicht abnehmen“, heißt es in dem Schreiben, teilt die Landeskirche mit, „aber wir begleiten Dich gern dabei, Deine innere Stimme besser zu verstehen“.

Weiterführende Informationen und Beratungsangebot hier: 

Carsten.Kurtz

Druck auf afghanische Geflüchtete in Pakistan nimmt zu

Dekanat Erlangen 2 weeks ago

Flüchtlingsschutz nicht weiter schwächen

Berlin/Nürnberg, 13. Januar 2026 // Steigender Hunger, Entrechtung von Frauen und Mädchen, die Folgen des Erdbebens: Es gibt viele Gründe, um der anhaltenden Not in Afghanistan zu entfliehen. Doch rund 2,6 Millionen Afghan*innen mussten 2025 aus dem Iran und Pakistan in ihre Heimat zurückkehren, weil sie dort nicht mehr geduldet werden. „Wir erleben auf regionaler Ebene konkret, welche Folgen es hat, wenn politische Interessen wichtiger sind als humanitäre Not. Der Flüchtlingsschutz spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Er muss auf internationaler Ebene wieder gestärkt werden“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, mit Blick auf die heute beginnende UN-Konferenz zu Flüchtlingsfragen in Genf.    

Mehr als 800.000 afghanische Flüchtlinge mussten laut UN-Angaben zwischen April und November Pakistan verlassen. Dort leben weiterhin rund zwei Millionen Afghan*innen. Die Zahl der Hungernden steigt in Afghanistan unterdessen an: Laut UN-Schätzungen haben in den kommenden Monaten mehr als 17 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Fast 23 Millionen sind auf Hilfe angewiesen. „Wer unter den aktuellen Umständen Menschen zwingt, nach Afghanistan zurückzukehren, verstößt gegen fundamentale Regelungen des Flüchtlingsschutzes. Es stehen weder genug Ressourcen zur Verfügung, noch ist es sicher für alle Geflüchtete“, betont Martin Keßler. Ein UN-Bericht hatte im Juli zahlreiche Fälle von Menschenrechtsverletzungen gegenüber Rückkehrer*innen angemahnt, darunter Festnahmen, Verfolgung und Folter.Vor allem die Lage afghanischer Frauen hat sich 2025 weiter verschlechtert. Gesellschaftliche Teilhabe bleibt ihnen fast vollständig verwehrt. UN-Berichte weisen darauf hin, dass nur noch etwa fünf Prozent der Mädchen Zugang zu weiterführender Bildung haben. Alternative Bildungsangebote wie Online-Kurse mussten aufgrund wachsender Sicherheitsrisiken eingestellt werden. Jede fünfte Rückkehrerfamilie aus Pakistan wird von Frauen geführt. Strikte Restriktionen der Taliban-Regierung sorgen jedoch dafür, dass Frauen häufig von den Verteilungen ausgeschlossen sind und dadurch nur über Umwege Hilfe erhalten.Mit Partnern setzt dich die Diakonie Katastrophenhilfe im Osten Afghanistans dafür ein, die Lage für Rückkehrer*innen und Aufnahmegemeinschaften zu verbessern. Rund 25.000 Menschen erhalten finanzielle Hilfe oder technische Unterstützung in der Landwirtschaft, um ihre Ernährungssituation zu verbessern. Zudem werden sie in Katastrophenvorsorgemaßnahmen eingebunden. Besonders von Frauen geführte Haushalte sollen damit erreicht werden.

 
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden: 
Diakonie Katastrophenhilfe Berlin 
Evangelische Bank 
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02 
BIC: GENODEF1EK1 
Stichwort: Flüchtlingshilfe weltweit 
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/ 

Carsten.Kurtz

"Feucht & Fromm" – die unsichtbare Macht der Purity Culture

Sonntagsblatt 2 weeks ago
Nana Mhyrre gewährt in "Feucht & Fromm" intime Einblicke in die Purity Culture – die christliche Bewegung, die Sex vor der Ehe verbietet. Unsere Redakteurin Celine Edinger zeigt, wie diese unsichtbaren Regeln bis heute junge Menschen prägen – und warum Keuschheit oft zur Last wird.
Celine Edinger